Ich fand den Film auch nicht so schlecht, wie das Feedback des Publikums zum Schluss vermuten lassen könnte.
Die Einführung in den Film, der den Zwist innerhalb der Familie hervorhebt, fand ich ebenso gelungen, wie die stetige Wandlung von Joaquin Phoenix vom Bad Boy zum Cop. Dafür ist der Schluss meines Erachtens total misslungen. Dass er Rache für seinen toten Vater nehmen möchte und dieses lieber selbst erledigt, als ihn verhaften zu lassen, ist ja schön und gut. Aber dann bitte nicht in so einem Pseudo-Duell im Gebüsch. Da fühlte ich mich stark an das Ende von Heat erinnert, welches ich ebenfalls für schwach halte

. Und "I love you very much" - "I love you too" setzt dem ganzen die Krone auf.
Auch film- bzw. kameratechnisch hat der Film zum Teil sehr gute Aufnahmen und dann wieder ganz schwache. Die Autoverfolgungsszene war eine der besten seit langem. Keine großen Explosionen und 123876234-meter Sprünge und doch extrem spannend, wie ich fand. Dahingegen fand ich die Szene, wo er sich mit seiner Freundin zerstreitet total schwach. Er rüttelt ein bisschen an ihr rum, sie genauso an ihm, und dann geht er ins Zimmer, und schließt sie. Irgendwie garnicht überzeugend.
Zwischen sehr gut und schwach ist für mich eine 3!
Längen in Filmen stören mich eigentlich selten, denn meistens passen sie zu einem Gesamtkonzept und machen einen Film schlüssig. Außerdem stehen uns wohl in den kommenden Wochen noch einige Längen mit Michael Clayton, There Will be Blood oder No Country For Old Men ins Haus.

Ich hoffe doch, dass mindestens einer dieser Filme läuft.
P.S.: Die Projektorpanne am Anfang mit der falschen Bilddarstellung fand ich lustig, als man die Mikros immer sehen konnte.
